Über Joachim Beule

Achim Beule war der erste Sieger der in Deutschland neu geschaffenen Formel-Renault, er stand als Pilot RTL-Plus vor dem Sprung in die Formel 1, er feierte im Alter von 30 Jahren als Tourenwagenfahrer ebenso Erfolge, wie in jungen Jahren als Kartpilot. Motorsport ist nach seiner Familie der wichtigste Part im Leben von Achim Beule (44). „Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, an junge, hungrige Motorsportler weiterzugeben. Zu sehen, wie sie ihren Weg gehen, weil ihr Talent gefördert wird – das ist es, was mich reizt“, sagt jener Mann, der vor elf Jahren die Kartbahn von seinem Vater Helmut übernahm, die Firma Beule-Kart und das gleichnamige Racing-Team ins Leben rief und die Entwicklung des Kartsports in Deutschland seither voranbringt.

Im Alter von drei Jahren saß Achim Beule selbst das erste Mal hinter dem Lenkrad eines Karts – erfasst von einem Virus, der ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. Anfang der 80er Jahre fuhr er erste Rennen und gewann. 1983 wurde der damals 15-Jährige Zweiter in der Gesamtwertung der Deutschen Kartmeisterschaft für Junioren. Den Sprung vom Kart- in den Formelsport vollzog Achim Beule Ende der 80er Jahre. Er fuhr in der Formel Opel Lotus für das GAG-Racing-Team, belegte in der Endabrechnung der Saison 1990 Rang 5. Parallel dazu ging er mit Schwester Marion im Ford-Fiesta-Mix-Cup für das Ford Panhuis Team von Henry Panhuis an den Start.

Eine Saison später saß Achim Beule für das Team Josef-Kaufmann-Racing in der in Deutschland neu geschaffenen Formel-Renault am Steuer. Er gewann erste Rennen und schließlich die Gesamtwertung der neuen Serie, die im Rahmen der Formel 1 Berichterstattung ausgestrahlt wurde.

Der Privatsender RTL übertrug damals wie heute die Rennen der Königsklasse. Ein deutscher Pilot als Zugpferd aber fehlte. Also schrieb der Privatsender eine Art Casting aus und suchte unter zehn Fahrern der Formel Renault den „Fahrer RTL Plus“, der als Deutscher ein Cockpit in der Formel1 bekommen sollte. Vor jedem Formel-1-Rennen wurden Beiträge über den Verlauf der Ausscheidung gesendet. Achim Beule wurde schließlich zum Finale in die berühmte französische Rennfahrerschule Winfield in Le Castellet eingeladen, an der unter anderem Alain Prost und Jean Alesi ausgebildet wurden. Gegen zwei Konkurrenten setzte er sich auf dem Circuit Paul Ricard durch.

Eine weitere Saison blieb Achim Beule in der Formel Renault. Belegte im zweiten Jahr in der Gesamtwertung Rang drei.

Dann unterbrach er seine Motorsportkarriere und stieg erst Ende der 90er Jahre wieder in einen Rennwagen. 1999 fuhr er die komplette Saison im Ford-Puma-Cup für das Panhuis-Team , gewann im belgischen Zolder und landete in der Endabrechnung auf Rang sechs. Beim Kart-Rennen in Paris-Bercy stand er ganz oben auf dem Podium. Im Jahr 2000 saß Achim Beule beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zum letzten Mal hinter dem Steuer eines Werks Ford Puma Rennwagens im Rennteam Ford Panhuis. Seit 2001 betreibt der gelernte KfZ-Mechaniker und Vater dreier Töchter die Kartbahn in der Selbecke.